Geschichte

Vor der Gründung
Historische Schriften und Chroniken zeigen auf, dass vor allem in der Talschaft Entlebuch schon vor Jahrhunderten geschwungen wurde. Als sehr beliebte Veranstaltungen galten die Alpschwinget zwischen den Talschaften Obwalden, Emmental und Entlebuch. Im Jahre 1907 ergriffen tatenfreudige Männer aus Wolhusen und dem benachbarten Entlebuch die Initiative, um einen kantonalen Schwingerverband zu gründen. Gründungsort war Wolhusen. Mit grosser Entschlossenheit förderte der Verband das Schwingen nicht nur in der Region, sondern auch auf kantonalem Gebiet. Es wurden bereits kantonale Schwingfeste durchgeführt, so in den Jahren 1907 und 1910 in Wolhusen, 1912 in Malters und 1913 in Escholzmatt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges, um 1914, wurde der Verband aber wieder aufgelöst.

Gründungsjahr 1919
Danach wurde erstmals 1918 an einer Vorstandssitzung des Schwingklub Luzern und Umgebung wieder der Wunsch und die Notwendigkeit bekannt gegeben, die Schwinger im Kanton Luzern zu vereinen. Am 26. Juli 1919 war es dann soweit: Ein sechsköpfiges Komitee, unter dem Vorsitz von Josef Stalder, Luzern, beschloss im Hotel Rütli in Luzern die Gründung des Luzerner Kantonal-Schwingerverbandes und die Wahl eines provisorischen Vorstandes. Der Statutenentwurf sah – zu dem bereits bestehenden Schwingklub Luzern und Umgebung – die Bildung von weitern Unterverbänden vor. So waren dies der Entlebucher Schwingerverband, der Schwingklub Wiggertal, der Schwingklub Surental, der Schwingklub Rottal und Umgebung und der Schwingklub Oberseetal. Mit der Gründung des Schwingklubs Rothenburg noch im gleichen Jahr, dem Schwingklub Oberhabsburg im Jahr 1924 und dem Schwingklub Wolhusen und Umgebung im Jahr 1927 waren es nun neun Unterverbände, welche heute noch den LKSV bilden.

Erstes Kantonalschwingfest
Noch im Gründungsjahr 1919 fand in Reiden das erste kantonale Schwingfest statt. Von den 230 angemeldeten Schwingern erschienen infolge der schlechten Witterung nur 140 zum Wettkampf. Ein Jahr später musste der Verbandsanlass wegen der Maul- und Klauenseuche um ein Jahr verschoben werden. Zum grossen Ärger des Verbandes musste sich dieser immer wieder mit wilden Schwingfesten befassen. Die so genannten Wirtschafts- und «Böckel»- Schwinget waren nicht erlaubt. Mit der Einführung der obligatorischen Rangschwinget für jeden Unterverband hoffte der Verband, dass diese Anlässe verschwinden würden. In den ersten Jahren nach der Gründung spielten die Luzerner Aktiven an den Innerschweizerischen Schwingfesten eine durchwegs dominierende Rolle. So wanderten 1922 in Büron von den verabreichten 11 Kränzen deren 10 und 1923 in Altdorf von den insgesamt 18 deren 17 in den Kanton Luzern. Mit Otto Roth, Luzern, stand erstmals ein Luzerner von 1924 bis 1927 als Obmann an der Spitze des Eidgenössischen Schwingerverbandes.

Eidgenössisches Schwingfest 1926 in Luzern
Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 1926 in Luzern war eine imposante vaterländische Kundgebung, welche rund 10`000 Zuschauer in die Leuchtenstadt lockte. Der prächtige Anlass an der Halde wurde durch den Schwingklub Luzern und die städtische Turnervereinigung hervorragend organisiert und hatte einen ungeahnten finanziellen Erfolg. Der Kantonal-Schwingerverband war mit zehn Prozent am Festunternehmen beteiligt, was der Verbandskasse einen willkommenen Betrag von 1700 Franken eintrug. Leider war in schwingerischer Hinsicht der Erfolg weniger erfreulich. Josef Gut, Triengen, war der einzige Luzerner, der sich den begehrten Kranz sichern konnte.

Erster Kantonaler Jungschwingertag 1937
An der kantonalen Delegiertenversammlung vom 19. Januar 1930 wurde die kantonale Veteranenvereinigung ins Leben gerufen. Das Mindestalter betrug damals 35 Jahre. Im gleichen Jahr wurde der 1924 gegründete Schwingklub Schwarzenbach-Oberwynental wieder aufgelöst. Ein Meilenstein in der Geschichte des Verbandes war der 1937 in Emmenbrücke erstmals durchgeführte Luzerner Kantonale Jungschwingertag. Initiant dieses ersten Jungschwingertages war der damalige Verbandspräsident Jost Grüter aus Emmenbrücke. Dieser Anlass bedeutete damals ein grosses Wagnis und begegnete vielen Vorurteilen. Von den 115 gemeldeten Knaben traten 110 zum Wettkampf an. Nur dem Erfolg des ersten Anlasses war es zu verdanken, dass dieser fortan jedes Jahr zur Austragung gelangte. Im Jahr 1942 wurde der Kantonalvorstand auf zehn Mitglieder erhöht, so dass jeder Unterverband im Vorstand vertreten war.

Jubiläumsjahr 1944
Das Jubiläumsjahr 1944 wurde bereits am 22. Januar mit einer Jubiläumsfeier eingeleitet. Im festlich geschmückten Kunsthaussaal in Luzern konnte Präsident Adolf Voney eine grosse Anzahl Ehrengäste begrüssen. Dabei durften die Gründer, Ehrenmitglieder und der erfolgreichste Luzerner Schwinger Heinrich Oswald besondere Auszeichnungen in Empfang nehmen. Am gleichen Abend wurde die in allen Teilen gut gelungene von Arnold Mitterer verfasste Jubiläumsschrift abgegeben. Das kantonale Jubiläumsschwingfest wurde, wie die Jubiläumsfeier, in Luzern durchgeführt. Trotz der schweren Kriegsjahre wurde ein Gabentempel geschaffen, der grosse Bewunderung auslöste. Zudem wurde jedem aktiven Teilnehmer eine prächtige Erinnerungsplakette verabreicht. Erfreulicherweise stieg im Jubiläumsjahr dank intensiver Werbung der Mitgliederbestand um 62 Mann auf 1147. Wie der Verband selber, konnten auch die Unterverbände Entlebuch, Surental, Rottal, Oberseetal, Wiggertal und Rothenburg ihren 25-jährigen Bestand feiern. Die Entlebucher und Surentaler verbanden ihre Feiern mit einem grösseren Jubiläumsschwinget.

Eidgenössisches Schwingfest 1948 in Luzern
Im Jahr 1948 überragte das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest vom 14./15. August in Luzern alle anderen schwingerischen Veranstaltungen. Es war ein Schwingfest wie es schöner und grösser bisher noch nie erlebt wurde. Ein gewaltiger Menschenstrom bewegte sich bereits in den frühen Morgenstunden bei wolkenlosem Himmel in das Stadion Allmend. Am Sonntagnachmittag verfolgten 20`000 Zuschauer die spannenden Zweikämpfe. Einen guten Eindruck hinterliess ebenfalls das Festspiel «Gsunds Holz», das dem damaligen Volkscharakter angepasst war. Dank einer vertraglichen Vereinbarung partizipierte der Kantonalverband mit 7,5 Prozent am Reingewinn, so dass ein respektabler Betrag von 2625 Franken in die Verbandskasse floss. Auch die schwingerische Arbeit der 21 Luzerner Schwinger war vorzüglich. Mit vier Kranzerfolgen durch Josef Hofstetter, Entlebuch, Walter Haupt, Ruswil, Josef Schumacher, Luzern, und Hans Gisler, Luzern, konnte der Verband zufrieden sein.

Erste Verbandsfahne
An der DV 1949 in Rain wurde auf Antrag des Vorstandes die Anschaffung einer Verbandsfahne beschlossen. Zu diesem Zweck wurde eine sechsköpfige Kommission gegründet. Nach dem Studium von einigen Entwürfen und Einholung verschiedener Expertisen einigte man sich auf einen Entwurf der Fahnenfabrik Siegrist aus Langenthal. Vom Wetterpech verfolgt waren die Organisatoren des Kantonalen Schwing- und Älplerfestes 1953 in Grosswangen. Während des Festgottesdienstes, der in der geräumigen Festhalle zelebriert wurde, fegte ein Schneesturm über die Gegend und drohte den Festplatz in ein winterliches Gewand zu hüllen. «Nid lugg loh, gwönnt», sagte auch das OK und der Verbandsvorstand, und so konnte die schwingerische Arbeit am Nachmittag bei vorwiegend sonniger, aber kalter Witterung unter Dach gebracht werden. Als letzter Anlass im Jahr 1954 organisierte der Schwingklub Luzern den Landwirtschaftlichen Ausstellungsschwinget in Luzern. Unter dem Patronat des Eidgenössischen Schwingerverbandes waren die 80 besten Schwinger aus allen fünf Teilverbänden eingeladen.

Sieg am Kilchberger Schwinget
In der Saison 1962 war der Kilchberger Schwinget der absolute Höhepunkt für den Luzerner Verband. Beim Elitetreffen der Schwinger vertraten fünf Luzerner die blauweissen Farben. Es war ein sehr heisser, aber für die Luzerner ein unvergesslicher Tag. Wer den Surentaler Hans Bühler bei seiner Schwingerarbeit beobachtete, merkte bald, was er sich vorgenommen hatte. Nach zwei Startunentschieden mussten sich die Gegner den ungestümen Angriffen des Käsers beugen. Im Schlussgang musste sich auch der bekannte Ringer Peter Jutzeler einem Kurz des entfesselten Beromünsterers beugen. Starke Leistungen zeigten die Luzerner auch am Eidgenössischen Schwingfest 1964 in Aarau. Während sich der Rothenburger Otto Röthlin sensationell den dritten Schlussrang sicherte, hatte Alois Boog aus Oberkirch sogar die Ehre um den Schwingerkönigstitel zu kämpfen. Im Schlussgang unterlag er dann aber ehrenvoll dem Winterthurer Karl Meli, der sich seinen zweiten Schwingerkönigstitel nach 1961 sicherte. Zu Beginn des Jahres 1966 wütete die gefürchtete Maul- und Klauenseuche, die jedes Vereinsleben verhinderte. Die kantonale Delegiertenversammlung konnte ebenfalls nicht abgehalten werden. Vom Eidgenössischen Schwingfest 1969 in Biel kehrten die Luzerner Schwinger mit dem Rekordergebnis von acht Kranzexemplaren nach Hause zurück. Dabei ragte der dritte Schlussrang von Hans Bühler besonders heraus.

Jubiläums-Schwingfest 1969
Die Delegiertenversammlung wählte als Festort für das Kantonale Jubiläums-Schwingfest den bekannten Flecken Beromünster. Diese schmucke Kulturstätte mit über 1000 Jahren lebendiger Vergangenheit führte das Kantonale mit Erfolg durch. Den äusseren Rahmen bildete die markante Kulisse von rund 5000 Zuschauern. Nach der Sonntagsstille am Vormittag, lockte am Nachmittag ein farbenprächtiger Festumzug zahlreiche Zuschauer in die Strassen von Beromünster. Eine originelle Aktion hatten sich die Organisatoren ausgedacht: In 1500 Metern Höhe stieg ein Fallschirmspringer aus einem Sportflugzeug und überbrachte die Zwilchhosen für den Schlussgang. Nach dem gestellten Schlussgang zwischen dem Sennen Alois Boog und dem Turner Bruno Jutzeler rangierten drei Schwinger im ersten Rang. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens fand eine würdige Jubiläumsfeier statt. Die fünfköpfige Jubiläumskommission hatte nicht nur das Fest mustergültig vorbereitet, sondern konnte auch der grossen Gästeschar die gelungene 130-seitige Jubiläumsschrift «50 Jahre Luzerner Kantonal-Schwingerverband» präsentieren. 1971 konnte eine neue Verbandsfahne eingeweiht werden. Die erste Fahne hatte den Verband während über 20 Jahren durch Freud und Leid begleitet.

Ehrenplätze am Unspunnen-Schwinget
Ab 1976 stand der Unspunnen-Schwinget in Interlaken unter dem Patronat des Eidgenössischen Schwingerverbandes und erhielt den Eidgenössischen Charakter. An diesen Anlässen setzten sich zwei Luzerner Schwinger besonders gut in Szene. So legten Josef Burch, Horw, 1976 und Hans Schnider, Rothenburg, 1981 mit ihren Ehrenplätzen grosse Ehre für den Luzerner Verband ein. Aus Anlass des Jubiläums «600 Jahre Schlacht bei Sempach» wurde 1986 in Sempach ein Schwingfest von überregionaler Bedeutung mit Gästeschwingern aus allen fünf Teilverbänden durchgeführt.

Obmann Josef Bucher
Von 1975 bis 1982 war der Wolhuser Josef Bucher der umsichtige Präsident im Luzerner Kantonalverband. Aber auch auf eidgenössischer Ebene wurde man schon früh aufmerksam auf den aufstrebenden Kaufmann. So wurde er 1979 zum Sekretär der Abgeordnetenversammlung des ESV gewählt, um danach ab 1984 während sechs Jahren das Präsidium zu übernehmen. 1990 folgte die Krönung der administrativen Karriere von Josef Bucher. An der AV in Olten wurde er zum Obmann gewählt. Nach fünf Eidgenössischen Schwingeranlässen fand seine sechsjährige Amtszeit mit dem Jubiläum «100 Jahre Eidgenössischer Schwingerverband» einen würdigen Abschluss.

75 Jahre Jubiläum 1994
Das schmucke Bauerndorf Schachen hatte die grosse Ehre, Gastgeber für das 75. Luzerner Kantonale Jubiläums-Schwingfest 1994 zu sein. Da es sich um einen Jubiläumsanlass handelte, entschied das OK vor dem Fest einen Schwingerhock mit allen ehemaligen noch lebenden Kantonalfestsiegern durchzuführen. Danach freute sich das ganze Schwingervolk auf den Festtag. Aber es kam ganz anders. Bereits am Samstagnachmittag musste sich das OK und der Kantonalvorstand entscheiden, das Schwingfest infolge misslicher Wetterlage zu verschieben. Nach ergiebigen Regenschauern verwüstete in der Nacht ein Sturm nicht nur das Festareal, sondern auch die Tribünenanlagen. Eine Woche später konnte das Schwingfest bei kühler, aber trockener Witterung abgehalten werden. Die rund 3500 Zuschauer kamen voll auf ihre Rechnung. Im Schlussgang trennten sich die beiden hochkarätigen Gäste Eugen Hasler und Harry Knüsel mach zehn Minuten unentschieden. Dank Punktevorsprung ging Eugen Halser als souveräner Sieger vom Platz. An der Jubiläumsfeier des Luzerner Kantonalen Schwingerverbandes in Rain konnte die neu geweihte Verbandsfahne in Empfang genommen werden. Ebenfalls wurde mit Stolz die 160-seitige Jubiläumsschrift «75 Jahre Luzerner Kantonal-Schwingerverband 1919-1994» vorgestellt.

Schwingerische Glanzleistungen
Die neunziger Jahre gehörten nebst den sechziger Jahren zu den erfolgreichsten in der Geschichte des LKSV. So erreichte Werner Vitali, Oberkirch, mit dem Ehrenplatz am Bundesfeierschwinget 1991 in Flüelen ein Spitzenresultat. Ebenso ein Jahr später Markus Grüter, Zell, und Daniel Hüsler, Menznau, am Eidgenössischen Schwingfest 1992 in Olten mit dem dritten Schlussrang. Von diesem Grossanlass kehrten die Luzerner mit nicht weniger als sechs Kranzexemplaren nach Hause zurück, was die zweitbeste Kranzausbeute an einem Eidgenössischen bedeutete. Am Eidgenössischen Schwingfest 1998 in Bern wuchs der Surentaler Werner Vitali förmlich über sich hinaus. Mit einer tollen Leistung kämpfte er sich bis in den Schlussgang vor, wo er sich im Kampf um die Königskrone dem Toggenburger Jörg Abderhalden geschlagen geben musste.

Eidgenössisches Schwingfest 2004 in Luzern
An der AV des ESV 2001 in Chur erteilten die Abgeordneten dem Luzerner Verband den Zuschlag für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2004 in Luzern. Ein Trägerverein, bestehend aus dem Luzerner Kantonalverband und seinen neun Unterverbänden, bereitete den Grossanlass mustergültig vor. Und so setzte die Veranstaltung verschiedene Glanzpunkte und Rekordmarken. Mit 20`000 Personen am offiziellen Festumzug am Freitag, 25`000 am ersten Unterhaltungsabend, jeweils 43`000 Zuschauern am Samstag und Sonntag auf den Tribünen und weitere 20`000 Menschen, die sich im Umfeld der Schwingerarena auf der Allmend aufhielten, wurden die Erwartungen weit übertroffen. Erfreulicherweise reisten rund 80 Prozent der Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. In den sieben Sägemehlringen setzte sich der Topfavorit durch: Jörg Abderhalden dominierte den Wettkampf und eroberte sich den Titel des Schwingerkönigs nach 1998 zurück. Im Schlussgang reichte ihm sogar ein Gestellter zum Triumph. Von den 25 angetretenen Luzerner Schwingern durften sich schlussendlich deren fünf mit dem eidgenössischen Eichenlaub auszeichnen lassen. Rund zwei Monate nach dem Eidgenössischen organisierten der Kantonalverband mit seinen Unterverbänden an neun verschiedenen Standorten erstmals gemeinsam einen Luzerner Schwinger-Schnuppertag. An der DV 2010 in Zell wurde einem kantonalen Trainingszentrum in Wolhusen zugestimmt.