Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest in Zug

Geschrieben von Luzerner Kantonal-Schwingerverband

Christian Stucki beendet Joel Wickis Königstraum

Der neue Schwingerkönig heisst Christian Stucki aus Lyss. Der Berner Hüne besiegte am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug im Schlussgang den Sörenberger Joel Wicki. Nach der Schlussgangniederlage blieb Joel Wicki der Titel als Erstgekrönter. Vom Luzerner Kantonalen Schwingerverband vermochten sich nur Joel Wicki und Sven Schurtenberger in den Kranzrängen zu platzieren.

Bericht von Erwin Schwarzentruber

Samstag/Sonntag 24. und 25. August 2019

Das 45. Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug avancierte zum Volksfest der Superlative. Bei herrlichem Spätsommerwetter verzeichneten die Organisatoren auf dem 75 Hektaren grossen Festgelände in der Stadt Zug mit 420000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Rekord. Die gigantische «Zug Arena» war jeweils am Samstag und Sonntag mit 56500 Zuschauern restlos ausverkauft. Damit ging Zug als Rekordanlass in die Annalen des ESV ein. Bevor die Schwingerfreunde in den Genuss von packenden Zweikämpfen kamen, eröffnete das Organisationskomitee am Freitagvormittag offiziell das Festgelände. Am Nachmittag wurde mit einem farbenfrohen Umzug durch die Stadt Zug das Fest so richtig lanciert. Dabei zeigte sich Zug, beobachtet von Tausenden Zuschauern, von seiner besten und prachtvollsten Seite. Die Sicherheitskräfte, bestehend aus der Kantonspolizei Zug und der Securitas, erlebten einen ruhigen und friedlichen Festverlauf. So meinte OK-Präsident und Regierungsrat Heinz Tännler nach dem Fest gut gelaunt: «Das Fest verlief an den drei Festtagen zu unserer vollsten Zufriedenheit und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das Publikum konnte sportlich hochstehende Wettkämpfe im Schwingen und Steinstossen geniessen». Das «Eidgenössische» 2019 gipfelte am Sonntagabend in der Krönung des neuen Schwingerkönigs Christian Stucki aus Lyss. In der Kranzstatistik schwangen ebenfalls die Berner oben aus. Sie holten sich von den 44 abgegebenen Kränzen den Löwenanteil von 15 Exemplaren, gefolgt von den Innerschweizern mit 13, den Nordostschweizern mit 10 sowie den Nordwest- und Südwesschweizern mit je 3. Hinter den Erwartungen blieben die Athleten vom Luzerner Kantonalen Schwingerverband. Mit dem Erstgekrönten Joel Wicki und Sven Schurtenberger konnten sich nur zwei Luzerner in den Kranzrängen behaupten. Perfekter Start für Joel Wicki Bereits am ersten Wettkampftag mussten einige ganz «Böse» den grossen Traum vom Königstitel begraben. Nicht jeder konnte sein Können abrufen. Wer hätte gedacht, dass die Topfavoriten Pirmin Reichmuth und Samuel Giger schon vor der ersten Wettkampfhälfte mit dem Rücken zur Wand stehen? Vom Favoritenquartett hinterliess einzig der Sörenberger Joel Wicki einen bestechenden Eindruck. Mit einem Traum-Samstag brachte er sich in eine perfekte Ausgangslage. Für seine vier gewonnenen Gänge benötigte er nicht einmal 90 Sekunden. Einzig der Berner Eidgenosse Simon Anderegg konnte dem Entlebucher länger als 10 Sekunden widerstehen. Er brachte das Publikum in Stimmung und hielt den Traum vom zweiten Innerschweizer Königstitel weiter aufrecht. Aber auch Armon Orlik, Christian Stucki und Marcel Bieri nahmen den zweiten Wettkampftag mit vier Siegen auf dem Konto in Angriff. Ein Debakel erlebten die beiden Schwingerkönige Matthias Glarner und Arnold Forrer. Beide wirkten ratlos und angeschlagen. Mit unnötigen Gestellten und Niederlagen geriet das Eichenlaub in weite Ferne.

Schwingerkönig Christian Stucki

Am Sonntagmorgen warteten die Zuschauer gespannt auf das Topduell Joel Wicki gegen Christian Stucki. Dieses endete aber ohne viele Höhepunkte resultatlos. Anschliessend kehrte Joel Wicki wieder auf die Siegesstrasse zurück und sicherte sich mit zwei gewonnenen Gängen gegen Michael Bless und Curdin Orlik den Einzug in den Schlussgang. In diesem stiess der Entlebucher zum Abschluss des Tages zum zweiten Mal auf den Berner Seeländer Christian Stucki. Die Ausgangslage war klar: Mit einem Sieg oder einem Remis ginge der Königstitel an Joel Wicki. Doch der Hüne Christian Stucki startete resolut in die Endausmarchung. Bereits nach 42 Sekunden beförderte er Joel Wicki mit Kurz/Kreuzgriff ins Sägemehl. Damit hatten viele nach dem Festverlauf nicht gerechnet. Dank dem Schlussgangsieg und trotz der Punktgleichheit hiess der neue Schwingerkönig Christian Stucki. Wicki blieb der Titel als Erstgekrönter. «Ich bin überglücklich, dass ich an meinem siebten Eidgenössischen Schwingfest endlich den Titel holen konnte. Die viele Zeit, welche ich in mein Training gesteckt habe, hat sich ausbezahlt», freute sich Stucki.

Schurtenberger hart angefasst

In glänzender Wettkampflaune präsentierte sich der Rottaler Eidgenosse Sven Schurtenberger aus Buttisholz. Mit seinen kraftvollen Standschwüngen sorgte er für Aufsehen. Er hielt stets Kontakt mit der Spitze und belegte am Ende den siebten Kranzrang. Allerdings zeigte es sich nach der Rangverkündigung nicht zufrieden: «Ich habe heute bewiesen, dass ich mit der absoluten Spitze mithalten kann. Weil ich von der Einteilung viel zu hart angepackt wurde, habe ich einen absoluten Spitzenrang verpasst. Meine Leistung wurde nicht belohnt.»