19. Schwägalp-Schwinget

Geschrieben von Luzerner Kantonal-Schwingerverband

Sonntag, 19. August 2018

Joel Wicki glänzte auf der Schwägalp mit dem Ehrenplatz

Der Sörenberger Joel Wicki verpasste am Schwägalp-Schwinget nur ganz knapp den Schlussgang. Am Ende klassierte er sich auf dem Ehrenplatz und ist nun im Besitz sämtlicher sechs Bergkränze. Mit dem Rottaler Sven Schurtenberger vermochte sich ein zweiter Luzerner in den Kranzrängen zu etablieren. Der Thurgauer Samuel Giger feierte nach 2016 seinen zweiten Festsieg auf der Schwägalp.

Erwin Schwarzentruber

Weil am letzten Sonntag am Schwägalp-Schwinget die drei stärksten Teilverbände am Start waren, avancierte das Kräftemessen zum bestbesetzten Fest der Saison. Und der Bergklassiker am Fusse des Säntis war ein würdiger Saisonhöhepunkt. Dank guten Witterungsverhältnissen, einer hochkarätigen Besetzung mit 21 Eidgenossen und zahlreichen weiteren Siegesanwärtern, verzeichneten die Organisatoren mit 15`450 Zuschauern einen neuen Besucherrekord. Aus sportlicher Sicht hielt der Wettkampf was er im Vorfeld versprochen hatte. Allerdings endete der mit Spannung erwartete erste Gang zwischen den zwei momentan besten Schwingern im Eidgenössischen Schwingerverband, Joel Wicki und Samuel Giger, nach sechs Minuten ohne Resultat. Der gegenseitige Respekt und die Angst das Prestigeduell zu verlieren waren wohl zu gross. Den besseren Start erwischten die Innerschweizer und Berner. Doch im vierten Durchgang erfolgte der grosse Zusammenschluss an der Spitze, aus der sich die beiden Nordostschweizer Samuel Giger und Daniel Bösch als Schlussgangteilnehmer herauskristallisierten. Den prestigeträchtigen Festsieg konnte sich schliesslich der überragende Thurgauer Samuel Giger an seine Fahne heften. Auch in der Kranzstatistik hatten die Ostschweizer die Nase vorne. Sie sicherten sich sechs Kranzexemplare vor den Innerschweizern und Bernern mit je vier Auszeichnungen. Jedenfalls dürfte der Schwägalp-Schwinget für die Innerschweizer, Berner und Nordostschweizer im Hinblick auf das Eidgenössische Schwingfest im nächsten Jahr ein wichtiger Gradmesser gewesen sein.

Samuel Giger überragend

Der 20-jährige Thurgauer Samuel Giger aus Ottoberg gewann auf der Schwägalp in überragender Manier. Er überzeugte mit seiner grifffesten Schwingerarbeit und drückte dem Wettkampf den Stempel auf. In einem reinen Nordostschweizer-Schlussgang besiegte er den St. Galler Daniel Bösch in der neunten Minute mit Kurz. Der Zimmermann feierte damit seinen 13. Kranzfestsieg und nach 2016 seinen zweiten auf der Schwägalp. «Ich bin unglaublich stolz auf diesen Festsieg. Es ist immer wunderschön auf der Schwägalp zu gewinnen», freute sich Giger. Nach dem Gestellten im Anschwingen gegen Joel Wicki bezwang er sämtliche Gegner. Herausragend waren vor allem seine beiden Plattwürfe gegen die beiden Hünen Christian Stucki und Daniel Bösch.

Ehrenplatz für Wicki

In glänzender Wettkampflaune präsentierte sich ebenfalls der 21-jährige Sörenberger Joel Wicki. Er verpasste nur ganz knapp die Schlussgangqualifikation und klassierte sich am Ende auf dem Ehrenplatz, den er sich mit dem Emmentaler Christian Gerber teilen musste. Bereits im ersten Gang gegen Samuel Giger deutete Joel Wicki an, dass für ihn nur der Festsieg zählt. Doch der Siegeswurf wollte ihm nicht gelingen. Dank drei folgenden Siegen gegen Michael Rhyner, Hanspeter Luginbühl und Tobias Krähenbühl duellierte sich der Baumaschinen-Mechaniker im fünften Gang mit dem Berner Schwingerkönig Kilian Wenger um die Schlussgangteilnahme. Der Abnützungskampf mit Vorteilen für den Entlebucher endete schliesslich unentschieden. Mit dem abschliessenden Sieg gegen den Berner Gustav Steffen sicherte er sich den Schwägalp-Kranz und komplettierte damit seine Sammlung aller sechs Bergkränze. Der Luzerner Kantonale Schwingerverband durfte mit zwei Kränzen sehr zufrieden sein. Neben Joel Wicki liess sich auch Sven Schurtenberger aus Buttisholz mit seinem ersten Schwägalp-Kranz auszeichnen.

Knapp am Kranz vorbei

Obwohl Marco Fankhauser aus Hasle das Eichenlaub knapp verpasste, hinterliess er einen guten Eindruck. Nach einer guten Vorarbeit mit drei Siegen, einem Gestellten und einer Niederlage musste er im entscheidenden sechsten Gang mit einer Niederlage Schwingerkönig Kilian Wenger den Kranz überlassen. Der Steinhuserberger Damian Egli vom Steinhuserberg beendete den Wettkampf mit je drei Siegen und drei Niederlagen.