125 Jahre Brünig-Schwinget

Geschrieben von Luzerner Kantonal-Schwingerverband

Sonntag, 29. Juli 2018

Erich Fankhauser erbte als lachender Dritter den Brünigsieg

Weil es im Schlussgang zwischen dem Sörenberger Joel Wicki und dem Berner Oberländer Schwingerkönig Kilian Wenger keinen Sieger gab, profitierte Erich Fankhauser aus Hasle als lachender Dritter und erbte den prestigeträchtigen Brünigsieg. Neben Festsieger Erich Fankhauser reihten sich vom Luzerner Verband noch Joel Wicki, Reto Fankhauser und Sven Schurtenberger unter die Kranzgewinner.

Bericht von Erwin Schwarzentruber

Grosskampfstimmung am letzten Sonntag am Brünig-Schwinget, der als Jubiläum «125 Jahre Brünig-Schwinget» ausgetragen wurde. Nicht weniger als 20 Eidgenossen im 120-köpfigen Teilnehmerfeld sorgten beim fünften Bergklassiker der laufenden Saison für eine erstklassige Besetzung. Insgesamt erlebten die 6400 Zuschauer einen packenden und spannenden Wettkampf, der mit einem überraschenden Ausgang endete. In der ersten Wettkampfhälfte schienen die Berner unaufhaltsam ihrem achten Brünigsieg in Serie seit 2011 entgegen zu steuern. Zur Mittagspause führten sie die Zwischenrangliste mit Florian Weyermann, Florian Gnägi und Kilian Wenger an. Doch dann kam die grosse Wende. Die Innerschweizer starteten im vierten und fünften Durchgang eine imposante Aufholjagd. Diese endete mit der Schlussgangteilnahme des Sörenbergers Joel Wicki, der die Rangliste nach fünf Gängen anführte. Aus einem Verfolgertrio mit Christian Schuler, Andi Imhof und Kilian Wenger wurde von der Einteilung schliesslich der Berner Kilian Wenger für den Schlussgang berücksichtigt. In diesem stand die Vorsicht und Taktik im Vordergrund. So wurde die Begegnung nach zwölf Minuten resultatlos abgebrochen. Damit ebnete Joel Wicki seinem Klubkameraden Erich Fankhauser den Weg zum Festsieg. Dieser hatte im letzten Gang den Berner Oberländer Ruedi Roschi mit einer Maximalnote besiegt. In der Kranzverteilung blieben die Innerschweizer und Berner mit je acht Auszeichnungen gleichauf, gefolgt von den Nordwestschweizern mit vier Exemplaren. Grund zur Freude hatte ebenfalls der Berner Oberländer Simon Anderegg. Er gewann nicht nur seinen zehnten Brünigkranz, sondern auch den 100. in seiner Schwingerkarriere.

Prestigesieg für Erich Fankhauser

Der 27-jährige Entlebucher Eidgenosse Erich Fankhauser aus Hasle feierte auf dem Brünig den grössten Triumph in seiner Laufbahn. Nach dem Luzerner Kantonalen Schwingfest 2015 und dem Südwestschweizerischen Schwingfest 2015 ist dies nun sein dritter Kranzfestsieg. Allerdings deutete am Morgen noch nichts auf den Überraschungscoup hin. Gegen den unbequemen Berner Oberländer Eidgenossen Simon Anderegg musste er eine Niederlage mit der Note 8.50 einstecken. Die restlichen fünf Gänge gewann er im Stile eines alten Routiniers. Mit einer stoischen Ruhe und einer exzellenten Wettkampfübersicht besiegte er nacheinander die Berner Remo Schenkel, Simon Röthlisberger, Hanspeter Luginbühl, Florian Weyermann und zuletzt Ruedi Roschi. Dass er im Endeffekt als lachender Dritter den Festsieg geerbt hatte, war selbst für Erich Fankhauser eine Riesenüberraschung: «Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich auf dem Brünig gewonnen habe. Heute hatte ich das Glück auf meiner Seite. Dass mein Bruder Reto noch den Kranz gewonnen hat, macht das Ganze noch schöner.» In der Stunde des Erfolges wusste er aber auch, bei wem er sich zu bedanken hatte: «Den Hauptverdienst an meinem Festsieg hat mein Klubkollege Joel Wicki. Dafür möchte ich mich bei ihm bedanken. Er ist ein Teamplayer.» Nach dem Co-Sieg von Benno Studer aus Schüpfheim im Jahr 2007, darf der Entlebucher Schwingerverband endlich wieder einen Brünigsieg bejubeln.

Joel Wicki im Schlussgang

Der 21-jährige Sörenberger Joel Wicki befand sich auf dem besten Weg zu seinem fünften Kranzfestsieg in dieser Saison. Mit seiner dynamischen und grifffesten Schwingerarbeit begeisterte er das Publikum und drang mit vier Siegen und einem Remis bis in den Schlussgang vor. In diesem vermochte er den defensiv schwingenden Kilian Wenger nicht in die Schranken zu weisen. Trotz dem entgangenen Festsieg zog der Baumaschinen-Mechaniker nach dem dritten Schlussrang eine gute Bilanz: «Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Leider hat sich im Schlussgang Wenger nur auf Konter fokussiert. Ich wusste, dass Erich Fankhauser bei einem Gestellten den Festsieg erben würde. Deshalb habe ich gegen Ende nicht mehr das letzte Risiko gesucht.» Stolz durfte auch der 24-jährige Reto Fankhauser aus Hasle sein. Er verdiente sich auf dem Brünig seinen ersten Bergkranz im sechsten Schlussrang. Schon am diesjährigen Rigi-Schwinget war er nahe am Erfolg, diesmal hat es geklappt. «Für mich ist ein Traum wahr geworden. Den Grundstein habe ich im Anschwingen mit zwei gewonnenen Gängen gelegt. Ich habe erst an den Brünigkranz geglaubt, als ich Hanspeter Luginbühl besiegt hatte», freute sich der Zimmermann. Den vierten Kranz für den Luzerner Kantonalen Schwingerverband holte sich der Rottaler Eidgenosse Sven Schurtenberger im letzten Kranzrang.